In dieser an Wahlkampfparolen reichen Zeit besteht kein Mangel an Forderungen aller Art. Alles, so wird einem versprochen, wird besser – und zwar ohne, dass irgendwo eingespart wird oder Steuern erhöht werden müssen. Da wollen wir uns natürlich dem Zeitgeist nicht entziehen und stimmen in die utopistischen Heilsversprechen mit ein.

Da wir uns aber als Hersteller von Maklerverwaltungssoftware nur mit ganz eng eingegrenzten, dafür aber umso besser beschreibbaren Problemen befassen, sind unsere Utopien etwas bescheidenerer Natur. Zum Beispiel möchten wir hunderte und tausende von Menschen von der Ödnis des täglichen Scannens von hunderten und tausenden Dokumenten erlösen. Nur ganz besonderen Persönlichkeiten ist es ein inneres Bedürfnis, jeden Tag Papierstapel zu sortieren, auf den Scanner zu legen, durchzulesen, Kunden oder Verträgen zuzuordnen, zu archivieren und Arbeitsanweisungen oder Termine dafür zu erstellen. Viele Leute fragen sich eher, warum es den Ausdruck der Dokumente auf Papier und den physikalischen Transport überhaupt noch gibt,  wenn die Dokumente beim Erzeuger ursprünglich als Daten vorhanden waren und am Ende wieder zu Daten werden sollen – und wie es einfacher gehen könnte.

Also: Was wäre, wenn der Schriftwechsel von Versicherern, der zu 90% in Kopie dem Makler ebenfalls zugesandt wird, elektronisch abgeholt und automatisch in der Verwaltung des Maklers abgelegt werden könnte? Dann könnte man sich das Scannen der Policen und Nachträge sparen, und mühelos den ganzen weiteren Schriftwechsel des Versicherers direkt griffbereit in der Verwaltung haben.

Dieses Verfahren zu etablieren verspricht die BiPRO-Norm „Übertragung von Dokumenten und GDV-Daten“, von der an dieser Stelle schon häufiger die Rede war. Die Funktionalität zum Empfangen und automatischen Zuordnen von Dokumenten ist in AMS.4 schon seit einiger Zeit vorhanden, aber die Dokumentquellen – die Versicherer – sprudeln noch nicht wirklich ergiebig.

Gerade heute fand aber ein erneutes Treffen statt, bei dem weitere Versicherer konkrete Absichten offenbart haben, das Verfahren zur Übertragung von Dokumenten zu unterstützen. Schon bald wird es die ersten „produktiven“ Partner geben, und zu dem Zeitpunkt werden wir bei AssFiNET zum Aufbruch blasen und die Idee in der Breite bewerben. Solange das noch nicht der Fall ist, bleiben uns nur die Mittel der Politik: die Leidenden zum Durchhalten ermutigen und versprechen, das bald alles besser wird. Ehrlich!