BiPRO-Norm 502: Was hinter der digitalen Vertragsänderung steckt
assfinet Redaktion · 24. Juli 2026
Während die BiPRO-Normreihe 430 den Weg für Bestandsdaten und Dokumente vom Versicherer zum Vermittler standardisiert, geht die Normreihe 502 einen Schritt weiter: Sie regelt, wie eine konkrete Änderung an einem bestehenden Vertrag digital und strukturiert zwischen Vermittler und Versicherer abgewickelt werden kann.
Was die Norm konkret abbildet
BiPRO 502 definiert standardisierte Geschäftsvorfälle für Vertragsänderungen – etwa die Anpassung von Fahrzeug- oder Tarifdaten in der Kfz-Versicherung. Statt eines formlosen Änderungsauftrags per E-Mail oder Portal wird die Änderung als strukturierter, maschinenlesbarer Geschäftsvorfall übermittelt.
Warum das für die Praxis zählt
Für Maklerbetriebe bedeutet ein strukturierter Änderungsprozess weniger manuelle Nacherfassung und weniger Medienbrüche zwischen den Systemen von Vermittler und Versicherer. Je mehr Geschäftsvorfälle über eine solche Norm abgebildet werden, desto größer der Anteil an Vorgängen, die ohne manuelles Zutun im Bestand landen – ein Baustein auf dem Weg zur durchgängigen Dunkelverarbeitung.
Praxisbeispiel
In einem gemeinsamen Prototyp mit AXA hat assfinet auf Basis von ams6 einen ersten Anwendungsfall für die digitale Vertragsänderung nach BiPRO 502 umgesetzt, mit Fokus auf definierte Kfz-Geschäftsvorfälle.
Häufige Fragen
Was unterscheidet BiPRO 502 von Normreihe 430?
Normreihe 430 regelt die Übermittlung von Dokumenten und Bestandsdaten vom Versicherer zum Vermittler. BiPRO 502 setzt darauf auf und standardisiert konkrete Änderungsvorgänge an einem bestehenden Vertrag, etwa eine Kfz-Vertragsänderung.
Für welche Sparten ist BiPRO 502 heute relevant?
Erste praktische Umsetzungen konzentrieren sich auf klar definierte, standardisierbare Geschäftsvorfälle wie Kfz-Vertragsänderungen; die Normreihe ist grundsätzlich auf weitere Sparten erweiterbar.
Ersetzt BiPRO 502 die manuelle Bearbeitung vollständig?
Nein, jedenfalls noch nicht durchgängig. Die Norm standardisiert den Datenaustausch für definierte Geschäftsvorfälle; wie viele Vorgänge davon abgedeckt werden, hängt vom Umsetzungsstand auf Versicherer- und Vermittlerseite ab.