Von ams.5 zu ams6: Umstieg im Hybridbetrieb statt Migration
assfinet Redaktion · 25. Juli 2026
Der Wechsel auf eine neue Plattformgeneration gilt in der Versicherungs-IT als Großprojekt: Datenmigration, Testläufe, Stichtag, Risiko. Für den Weg von ams.5 zu ams6 trifft dieses Bild nicht zu – aus einem architektonischen Grund.
ams.5 ist ein Hybridsystem
ams.5 wird lokal betrieben, synchronisiert seinen Bestand aber laufend in die Cloud. Dort liegen dieselben Daten, auf denen auch ams6 arbeitet. Anders gesagt: Die Datenbasis, die ein klassisches Migrationsprojekt erst herstellen müsste, existiert in Ihrem Betrieb bereits. Eine explizite Datenübernahme ist nicht notwendig.
Damit verschiebt sich die Fragestellung. Es geht nicht darum, wann der Bestand nach ams6 überführt wird, sondern welche Arbeit Sie ab wann in ams6 erledigen möchten.
Der Übergang ist teilbar
Weil beide Anwendungen auf denselben Daten arbeiten, lässt sich der Umstieg zerlegen – nach Abteilung, nach Team oder nach Anwendungsfall. Eine Sparte kann in ams6 starten, während die Schadenabteilung zunächst in ams.5 bleibt. Änderungen sind auf beiden Seiten sichtbar, eine Doppelpflege entsteht nicht.
Praktisch bedeutet das: kein Wochenende mit stillgelegtem Betrieb, keine Rückfalllösung, die niemand geprobt hat, und keine Entscheidung, die sich nicht revidieren lässt.
Wo Betriebe typischerweise beginnen
Als Einstieg eignen sich Prozesse, die in ams6 unmittelbar Wirkung zeigen, ohne das Tagesgeschäft umzubauen:
- Datenempfang über BiPRO und E-Mail: Geschäftsvorfälle und Dokumente laufen in ams6 ein und werden dem richtigen Vertrag zugeordnet. BiPRO bezeichnet die Normen des Brancheninstituts für Prozessoptimierung, über die Versicherer und Vermittler Daten und Dokumente standardisiert austauschen – welche Norm ein Produktgeber liefert, zeigt die Übersicht der BiPRO-Anbindungen.
- Schnittstellen: Strecken zu Versicherern, Vergleichern und eigenen Systemen laufen über ams6, während die übrige Bearbeitung vorerst unverändert bleibt.
- KI-gestützte Verarbeitung: Eingehende Dokumente und Vorgänge werden klassifiziert, zugeordnet und vorbereitet – ein Effekt, der sich schon bei kleinem Umfang messen lässt.
Von dort wächst der Umfang, bis alle relevanten Prozesse in ams6 abgedeckt sind. Erst dann entfällt der lokale Betrieb von ams.5 – als letzter und kleinster Schritt.
Was zu klären bleibt
Voraussetzung ist die aktive Synchronisation mit der Cloud; eine bestimmte ams.5-Version ist nicht erforderlich. Zu klären sind in der Praxis eher organisatorische Fragen: Welcher Bereich beginnt? Welche Auswertungen und Vorlagen werden dort gebraucht? Wer schult die Anwender?
Den Ablauf im Überblick finden Sie auf der Seite Umstieg auf ams6.
Häufige Fragen
Müssen wir zu einem festen Stichtag auf ams6 umstellen?
Nein. ams.5 und ams6 arbeiten im Hybridbetrieb auf demselben, in die Cloud synchronisierten Datenbestand. Einzelne Teams oder Prozesse können in ams6 starten, während der übrige Betrieb unverändert weiterläuft.
Werden unsere Bestandsdaten übernommen?
Eine explizite Datenübernahme ist nicht notwendig. Ihr Bestand wird bereits laufend in die Cloud synchronisiert und steht ams6 damit unmittelbar zur Verfügung.
Können Anwender parallel in ams.5 und ams6 arbeiten?
Ja, das ist der Regelfall während des Übergangs. Beide Anwendungen greifen auf dieselben Daten zu, sodass Bereiche mit unterschiedlichem Tempo umsteigen können.
Welche technische Voraussetzung gibt es?
Erforderlich ist die aktive Synchronisation mit der Cloud. Eine besondere ams.5-Version ist nicht nötig – die Synchronisation ist seit Jahren Bestandteil des Systems.