BiPRO 430.2: Inkasso-Störfälle erklärt
assfinet Redaktion · 25. Juli 2026
Norm 430.2 überträgt Geschäftsvorgänge mit Bezug zum Inkasso – also zur Zahlung von Versicherungsbeiträgen. Sie ist eine der Normen, bei denen der Unterschied zwischen Dokumentenversand und echtem Datenaustausch besonders deutlich wird.
Daten statt Dokument
Eine 430.2-Lieferung enthält meistens kein PDF-Dokument, sondern die Inkassoinformation selbst: zum Beispiel die Fälligkeit, den Beitrag und den Bezug zum betreffenden Vertrag. Das empfangende System kann diese Information unmittelbar verarbeiten und dem Vertrag zuordnen.
Typische Vorgänge sind offene oder verspätete Fälligkeiten, Mahnläufe und Rückläufer aus dem Lastschriftverfahren.
Warum das im Betrieb zählt
Zahlungsstörungen sind der häufigste Vorbote eines Vertragsstornos. Ein Maklerbetrieb, der sie strukturiert und zeitnah im eigenen System sieht, kann reagieren, bevor der Vertrag gekündigt wird – statt sie erst aus einem Portal oder aus der Kundenrückmeldung zu erfahren.
In ams6 laufen die über con:center abgeholten Inkassoinformationen am Vertrag auf. Damit lassen sich betroffene Verträge auswerten und in die Betreuung einsteuern, ohne jeden Vorgang einzeln zu prüfen.
Zusammenspiel mit anderen Normen
430.2 beschreibt ausschließlich den Inkasso-Störfall. Die Abrechnung von Provisionen und Prämien ist Gegenstand der Norm 430.7, Vertragsdaten liefert die Norm 430.4, Dokumente zum Vertrag die Maklerpost 430.4 UC6. Erst im Zusammenspiel ergibt sich ein vollständiges Bild des Vertrags im eigenen Bestand.
Einrichtung
Der Produktgeber schaltet den Service für Ihre Vermittlernummern frei; im con:center werden die Zugangsdaten hinterlegt – bei vielen Gesellschaften über einen TGIC-Zugang mit Zertifikat. Wie das im Einzelnen abläuft, beschreibt der Artikel zu Norm 430.1.
Welche Produktgeber Norm 430.2 bereitstellen, zeigt die Anbindungsübersicht.
Häufige Fragen
Was ist ein Inkasso-Störfall im BiPRO-Sinn?
Ein Geschäftsvorgang mit Bezug zum Inkasso, etwa eine offene Fälligkeit, eine Mahnung oder ein Zahlungsrückläufer. Norm 430.2 überträgt diese Vorgänge vom Produktgeber an den Vertriebspartner.
Warum enthält eine 430.2-Lieferung meist kein PDF?
Übertragen wird die Inkassoinformation selbst – etwa Fälligkeit und Beitrag – zusammen mit dem Bezug zum betreffenden Vertrag. Das System kann diese Daten direkt verarbeiten, ohne dass ein Dokument gelesen werden muss.
Was unterscheidet 430.2 von 430.7?
430.2 meldet Störungen im laufenden Inkasso, etwa eine unbezahlte Fälligkeit. 430.7 überträgt Abrechnungsdaten – also Provisions- beziehungsweise Prämienabrechnungen zwischen Produktgeber und Vermittler.